671.1Verordnung
über den Schutz wildwachsender Pflanzen und
freilebender Tiere (Naturschutzverordnung)
vom 17. Juni 19751
Landammann und Regierungsrat des Kantons St.Gallen
erlassen
in Ausführung des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz
vom 1. Juli 19662 und der eidgenössischen Vollziehungsverordnung
dazu vom 27. Dezember 19663 sowie von Art. 124bis und Art. 124ter des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch
vom 3. Juli 1911 / 22. Juni 19424
als Verordnung:
I. Allgemeine Bestimmungen
Geltungsbereich
Art. 1.
1 Diese Verordnung regelt den Schutz wildwachsender Pflanzen und freilebender
Tiere.
2 Die eidgenössischen und die kantonalen Vorschriften über den
Schutz des Waldes5, die Jagd6, den Vogelschutz7 und die Fischerei8 sowie über die Bekämpfung pflanzlicher oder
tierischer Schädlinge9 bleiben vorbehalten.
Insbesondere findet diese Verordnung keine Anwendung auf die in der Gesetzgebung
über Jagd, Vogelschutz und Fischerei genannten Tiere.
Schutz der Biotope
a) Grundsatz
Art. 2.
1 Die Standorte geschützter Pflanzen und die Nahrungsquellen, Brut-
und Nistgelegenheiten geschützter Tiere, wie Tümpel, Sumpfgebiete,
Riede, Hecken, Feldgehölze und Trockengebiete, die als Lebensräume
von Pflanzen und Tieren dienen, sind in angemessenem Umkreis zu erhalten,
soweit ohne solchen Schutz des Lebensraumes Gefahr des Aussterbens bestände
und nicht andere schutzwürdige Interessen überwiegen.
b) Ausnahmebewilligungen
Art. 3.10
1 Massnahmen, welche diese Lebensräume vermindern, beseitigen oder
verschlechtern, sind nur mit Bewilligung des Amtes für Natur, Jagd und
Fischerei zulässig.
2 Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei kann die Bewilligung mit der
Verpflichtung verbinden, entweder Realersatz zu schaffen oder Institutionen,
welche die Ersatzbeschaffung übernehmen und Gewähr für sachgemässe
Ausführung bieten, mit einem angemessenen Beitrag zu unterstützen.
Verbot des Abbrennens
Art. 4.11
1 Das Abbrennen der Pflanzendecke ist verboten. Ausgenommen ist die Unkrautbekämpfung
an Strassenrändern mit Abflammgeräten.
2 Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei kann das Abbrennen der Pflanzendecke
als Pflegemassnahme für schutzwürdige Biotope bewilligen.
Sammeln von Pflanzen und Fangen von Tieren
Art. 5.12
1 Das Sammeln wildwachsender Pflanzen und das Fangen freilebender Tiere
zu Erwerbszwecken bedürfen der Bewilligung des Amtes für Natur,
Jagd und Fischerei.
2 Das organisierte Sammeln oder Fangen sowie die Werbung dafür sind
verboten.
II. Geschützte Pflanzen und Tiere
1. Pflanzenschutz
Vollständiger Schutz
Art. 6.
1 Neben den durch die Bundesgesetzgebung über den Natur- und Heimatschutz
unter Schutz gestellten Pflanzen13 dürfen in gleicher
Weise wildwachsende Pflanzen folgender Arten weder gepflückt, ausgegraben,
ausgerissen, weggeführt, feilgeboten, verkauft, gekauft noch vernichtet
werden: Edelweiss (Leontopodium alpinum)
2 Enziane:
Purpurenzian (Gentiana purpurea)
Ungarischer Enzian (Gentiana
pannonica)
3 Lilien:
Trichterlilie, Weisse Alpenlilie (Paradisia liliastrum)
Gelbe
Schwertlilie (Iris pseudacorus)
Männertreu, rotes (Nigritella rubra)
Rohrkolben,
alle Arten (Typha-Arten)
Seidelbast, alle Arten (Daphne-Arten)
Beschränkter Schutz
Art. 7.
1 Von den wildwachsenden Pflanzen folgender Arten dürfen höchstens
fünf Blütenstände gepflückt werden:
2 Akelei, beide gewöhnlichen Arten (Aquilegia vulgaris und atrata)
3 Alpenrosen:
Bewimperte Alpenrose (Rhododendron hirsutum)
Rostblättrige
Alpenrose (Rhododendron ferrugineum)
Anemonen, «alte Mannen»,
«Speerchuz»:
Alpenanemone (Pulsatilla alpina)
Schwefelanemone
(Pulsatilla sulfurea)
Arnika (Arnica montana)
4 Astern:
Alpenaster (Aster alpinus)
Bergaster (Aster Amellus)
Bergflockenblume
(Centaurea montana)
Cyclamen, Hasenöhrli, Alpenveilchen (Cyclamen
europaeum)
5 Enziane:
beide stengellosen Arten (Gentiana Clusii, Gentiana Kochiana)
Moorenzian
(Swertia perennis)
Federgras (Stipa pennata)
6 Glockenblumen:
Breitblättrige Glockenblume (Campanula latifolia)
Mont-Cenis-Glockenblume
(Campanula cenisia)
Straussblütige Glockenblume (Campanula thyrsoides)
Leimkraut,
stengelloses (Silene acaulis)
Männertreu, schwarzes (Nigritella nigra)
Maiglöcklein
(Convallaria majalis)
Märzenstern, gelbe Narzisse, Osterglocke (Narcissus
Pseudonarcissus)
7 Nelken:
Steinnelke (Dianthus silvester)
Prachtsnelke (Dianthus
superbus)
8 Primeln, Schlüsselblumen:
Felsaurikel, Flüeblüemli
(Primula auricula)
Gebirgsschlüsselblumen, alle violetten (Primula
integrifolia, Primula hirsuta, Primula viscosa)
Stengellose Schlüsselblume
(Primula Acaulis)
Schneeglöcklein, beide Arten (Galanthus nivalis
und Leucojum vernum)
Sterndolde, beide Arten (Astrantia major, Astrantia
minor)
9 Das gleiche beschränkte Pflückverbot gilt für Kätzchenblütler
(Weiden, Erlen, Haseln, Espen, Birken) während der Blütezeit und
für die mit Früchten behangenen Zweige der Stechpalmen, Pfaffenhütchen
und Eiben.
10 Im übrigen gelten die Verbote gemäss Art. 6
auch für diese Pflanzenarten ohne Einschränkung.
Sammeln von Pilzen
Art. 8.14
1 Die politische Gemeinde kann durch Schutzverordnung das Sammeln bestimmter
oder aller Pilzarten auf dem Gemeindegebiet oder Teilen davon vorübergehend
einschränken oder verbieten, wenn der Bestand dieser Arten gefährdet
ist oder wenn dadurch natürliche Pflanzengesellschaften erheblich bedroht
würden.
Ausnahmen
Art. 9.15
1 Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei kann ausnahmsweise für
bestimmte Gebiete den Pflanzenschutz erweitern oder einschränken.16
2 Es kann das Sammeln und Ausgraben geschützter Pflanzen zu wissenschaftlichen,
zu Schul- oder zu Heilzwecken für bestimmte Gebiete gestatten, sofern
der Fortbestand dieser Pflanzen in der betreffenden Gegend nicht gefährdet
wird, sowie die Beseitigung von Schilf- oder Binsenbeständen bewilligen,
wenn es das öffentliche Interesse erfordert.
2. Tierschutz
Geschützte Tiere
Art. 10.
1 Neben den durch die Bundesgesetzgebung über den Natur- und Heimatschutz
unter Schutz gestellten Tierarten17 ist in gleicher Weise
auch die Weinbergschnecke (Helix pomatia) geschützt.
Ausnahmen
Art. 11.18
1 Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei kann das Fangen geschützter
Tiere zu wissenschaftlichen und zu Lehrzwecken in einer bestimmten Gegend
bewilligen, wenn dadurch der Bestand am Fangort nicht gefährdet wird.
2 Lehrkräften an öffentlichen und privaten Schulen ist für
Forschungs- und Lehrzwecke das Fangen und Halten einer kleinen Zahl von geschützten,
am Fangort nicht seltenen Tieren, die Entnahme einer geringen Menge von Frosch-
und Krötenlaich sowie einzelner Kaulquappen ohne besondere Bewilligung
gestattet. Das gleiche Recht steht Personen zu, die sonstwie naturkundliche
Interessen geltend machen können.
3 Die Erlaubnis gemäss Abs. 2 ist vom Amt für Natur, Jagd
und Fischerei zu entziehen, wenn die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt
sind oder wenn die gefangenen Tiere trotz Mahnung unsachgemäss gehalten
werden.
III. Schutzgebiete
Arten
Art. 12.
1 Genau umgrenzte Gebiete können als Pflanzen- oder Tierschutzgebiete
erklärt werden.
2 Pflanzenschutzgebiete und Tierschutzgebiete können zu Naturschutzgebieten
zusammengefasst werden.
3 Schutzgebiete sind zu errichten, wo die Schutzbestimmungen des ersten
und des zweiten Abschnittes dieser Verordnung nicht genügen, um der Gefährdung
von geschützten Pflanzen oder Tieren wirksam entgegenzutreten.
Pflanzenschutzgebiete
Art. 13.
1 In Pflanzenschutzgebieten kann das Ausreissen, Ausgraben und Pflücken
der wildwachsenden Pflanzen aller Arten verboten werden. Ferner können
alle Massnahmen, welche die Pflanzenbestände in ihrer Art und Zusammensetzung
gefährden, wie z. B. das Entwässern oder Düngen, die Änderung
der Bewirtschaftungsart, das Verwenden von Bioziden, das Aufschütten
und das Ausgraben, verboten werden.
Tierschutzgebiete
Art. 14.
1 In Tierschutzgebieten kann das Stören, Fangen und Töten der
freilebenden Tiere aller oder bestimmter Arten sowie das Beschädigen,
Zerstören und Wegnehmen ihrer Eier, Larven, Puppen, Nester und Brutstätten
verboten werden.
Zuständigkeit
Art. 15.19
1 Die Errichtung von Schutzgebieten ist Sache der politischen Gemeinde.
2 Wenn das Schutzgebiet auf dem Gebiet mehrerer Gemeinden liegt und diese
sich nicht innert angemessener Frist auf ein gemeinsames Vorgehen einigen
können, oder wenn die politische Gemeinde bei botanisch besonders wertvoller
gefährdeter Vegetation beziehungsweise bei vom Aussterben bedrohten geschützten
Tierarten von ihrer Befugnis nicht Gebrauch macht, ordnet der Regierungsrat
die Schutzmassnahmen an.
Schutzverordnung
a) Inhalt
Art. 16.
1 Die Behörde, die ein Schutzgebiet errichtet, erlässt darüber
eine Schutzverordnung im Sinn von Art. 99 des Baugesetzes20.
2 Die Schutzverordnung regelt die Umgrenzung des Schutzgebietes, Art und
Gegenstand des Schutzes sowie die Folgen von Widerhandlungen.
b) Verfahren
Art. 17.21
1 Das Verfahren beim Erlass von Schutzverordnungen richtet sich sachgemäss
nach Art. 29 bis 33 beziehungsweise Art. 101 Abs.
3 des Baugesetzes22.
2 Beeinträchtigt die Errichtung des Schutzgebietes die fischereiliche
Nutzung, so bedarf die Schutzverordnung überdies der Genehmigung des
Volkswirtschaftsdepartementes.
Bekanntmachung
Art. 18.
1 Die Schutzverordnung ist mit einer orientierenden Kartenskizze an den
wichtigsten Zugängen zum Schutzgebiet auszugsweise anzuschlagen.
2 Über die Notwendigkeit allfälliger weiterer Vorkehren wie Markierungen
des Schutzgebietes an zusätzlichen Stellen entscheidet die Behörde,
die das Schutzgebiet errichtet.
Vollzug, Kosten und Kostenverteilung
Art. 19.
1 Das Anschlagen der Schutzverordnung sowie das Anbringen, der Unterhalt
und die Kontrolle der Markierungen obliegen in der Regel dem Gemeinderat.
2 Wird ein Schutzgebiet im Bereich von Grundeigentum einer Ortsgemeinde
oder ortsbürgerlichen Korporation errichtet, kann diese angemessen zur
Kostenbeteiligung herangezogen werden.
3 Für Schutzgebiete im Bereich von Seil- und Sesselbahnen oder von
Güterstrassen können die Kosten durch Konzessionsbestimmungen oder
Subventionsauflagen den Unternehmungen überbunden werden.
4 Streitigkeiten unter Gemeinden über die Höhe ihrer Kostenanteile
für Schutzgebiete entscheidet der Regierungsrat.
IV. Vollzug
Amt für Natur, Jagd und Fischerei
Art. 20.23
1 Der Vollzug obliegt, soweit diese Verordnung keine andere Behörde
als zuständig erklärt, dem Amt für Natur, Jagd und Fischerei.
2 Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei ist zuständige kantonale
Behörde im Sinn der Vorschriften des Bundes über den Schutz wildwachsender
Pflanzen und freilebender Tiere.
Naturschutzvereinigungen
Art. 21.
1 In wichtigen Fragen des Schutzes wildwachsender Pflanzen und freilebender
Tiere werden auch Vereinigungen angehört, die sich in ideeller Weise
dem Naturschutz widmen.
Orientierung der Öffentlichkeit
Art. 22.24
1 Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei sorgt im Zusammenwirken mit
der politischen Gemeinde und den interessierten Kreisen dafür, dass die
Vorschriften über den Schutz wild wachsender Pflanzen und frei lebender
Tiere der Öffentlichkeit bekannt werden.
Aufsichtsorgane
Art. 23.25
1 Die politische Gemeinde wacht darüber, dass diese Verordnung eingehalten
wird.
2 Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei bezeichnet freiwillige Pflanzen-
oder Tierschutzaufseher und versieht sie mit den nötigen Ausweisen.
3 Die politische Gemeinde bezeichnet die für Überwachung der
Schutzgebiete zuständigen Aufseher und gibt ihnen die erforderlichen
Ausweise ab.
V. Übertretungen
Anzeigen
Art. 24.
1 Die Polizeiorgane, das Forstpersonal, die Wildhüter, die Jagd- und
die Fischereiaufseher sowie die freiwilligen Pflanzen- oder Tierschutzaufseher
haben Übertretungen der Vorschriften über den Schutz wildwachsender
Pflanzen und freilebender Tiere anzuzeigen.
Strafen
Art. 25.26
1 Mit Busse wird bestraft, wer: a) ohne Bewilligung der zuständigen Behörde
geschützte Pflanzen oder geschützte Pilze pflückt, ausgräbt,
ausreisst, wegführt, feilbietet, verkauft, kauft oder vernichtet;
b) Weinbergschnecken mutwillig tötet oder zum
Zweck des Genusses oder des Erwerbs fängt;
c) an Orten mit Vorkommen geschützter Pflanzen
oder Tiere ohne Bewilligung ihren Lebensraum zerstört oder beeinträchtigt;
d) den in Pflanzenschutzgebieten, Tierschutzgebieten
oder in zusammengefassten Naturschutzgebieten geltenden besonderen Schutzvorschriften
zuwiderhandelt;
e) eine Pflanzendecke ohne Bewilligung abbrennt. Vorbehalten
bleibt die Unkrautbekämpfung an Strassenrändern mit Abflammgeräten.
2 In leichten Fällen kann eine Verwarnung ausgesprochen werden.
3 Die Bestrafung nach Bundesrecht bei Verletzung von eidgenössischen
Vorschriften und darauf gestützten Verfügungen bleibt vorbehalten.
Wiederherstellung des früheren Zustandes
Art. 26.27
1 Unabhängig von der Bestrafung kann das Amt für Natur, Jagd
und Fischerei die Wiederherstellung des früheren Zustandes verlangen
und im Widersetzungsfalle die notwendigen Massnahmen auf Kosten des Zuwiderhandelnden
durchführen lassen.
Kontrolle, Beschlagnahme
Art. 27.
1 Die gemäss Art. 24 dieser Verordnung zur Anzeige
verpflichteten Organe sind berechtigt, sich von verdächtigen Personen
den Inhalt ihrer Fahrzeuge, Rucksäcke und Taschen vorzeigen zu lassen.
2 Sie haben widerrechtlich angeeignete oder feilgebotene Pflanzen und Pilze
beziehungsweise widerrechtlich angeeignete oder gehaltene Tiere zu beschlagnahmen.
3 Der Untersuchungsbeamte bestimmt, was mit den beschlagnahmten Pflanzen,
Pilzen und Tieren zu geschehen hat. Vorbehalten bleibt die Einziehung.28
VI. Schluss- und Übergangsbestimmungen
Schutzgebiete alten Rechts
Art. 28.
1 Die gestützt auf das bisherige Recht vom Regierungsrat errichteten
Schutzgebiete bleiben bestehen.
2 Bei Änderung der Verhältnisse erlässt die nach neuem Recht
zuständige Behörde die erforderliche Schutzverordnung und gibt dem
Regierungsrat davon Kenntnis.
Aufhebung bisherigen Rechts
Art. 29.
1 Die Verordnung über den Schutz wildwachsender Pflanzen vom 25. April
196129 und die Verordnung über den Schutz
der freilebenden Tiere vom 9. Juni 197030 werden
aufgehoben.
Vollzugsbeginn
Art. 30.
1 Diese Verordnung wird ab 1. Oktober 1975 angewendet.
2 Vor dem Vollzugsbeginn dieser Verordnung beim Regierungsrat anhängige
Gesuche um Erklärung zum Schutzgebiet werden nach altem Recht behandelt.
Anhang
Geschützte Pflanzen und Tiere
gemäss den Vorschriften über den Naturschutz
|
|
Geschützte Pflanzen
|
|
|
Nach Bundesrecht
|
| 1. |
Gemäss Art.
21 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz vom 1. Juli
196631:
Die
Ufervegetation (wie Schilf- und Binsenbestände usw.) der öffentlichen
Gewässer. |
| 2. |
Gemäss Art.
23 der eidgenössischen Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über
den Natur- und Heimatschutz vom 27. Dezember 196632: |
| |
Hirschzunge |
(Phyllitis Scolopendrium) |
| |
Borstiger Streifenfarn |
(Polystichum setiforum) |
| |
Braunscher Streifenfarn |
(Polystichum Braunii) |
| |
Frauenhaar |
(Adiantum Capillus-Veneris) |
| |
Straussfarn |
(Matteuccia Struthiopteris) |
| |
Meerträubchen |
(Ephedra helvetica) |
| |
Monte-Baldo-Segge |
(Carex baldensis) |
| |
Drachenwurz |
(Calla palustris) |
| |
Affodill |
(Asphodelus albus) |
| |
Türkenbund |
(Lilium Martagon) |
| |
Feuerlilie, beide Unterarten |
(Lilium bulbiferum) |
| |
Schachblume |
(Fritillaria Melegris) |
| |
Tulpe, alle Arten |
(Tulipa, alle Arten) |
| |
Hundszahn |
(Erythronium Dens-canis) |
| |
Sommer-Knotenblume |
(Leucoium aestivum) |
| |
Sibirische Schwertlilie |
(Iris sibirica) |
| |
Gladiole, alle Arten |
(Gladiolus, alle Arten) |
| |
Knabenkräuter einschliesslich Frauenschuh
ausgenommen:
männliches
Knabenkraut
geflecktes Knabenkraut
breitblättriges Knabenkraut
Männertreu,
schwarzes
Mücken-Nacktdrüse |
(Orchidaceae, Cypripedium calceolus)
(Orchis
mascula)
(Orchis masculata)
(Orchis latifolia)
(Nigritella nigra)
(Gymnadenia
conopea) |
| |
Kranzrade |
(Lychnis Coronaria) |
| |
Gletschernelke |
(Dianthus glacialis) |
| |
Grenobler Nelke |
(Dianthus gratianopolitanus) |
| |
Seerose |
(Nymphaea alba) |
| |
Teichrose, alle Arten |
(Nuphar, alle Arten) |
| |
Pfingstrose |
(Paeonia officinalis) |
| |
Alpenakelei |
(Aquilegia alpina) |
| |
Hoher Rittersporn |
(Delphinium elatum) |
| |
Hügelanemone |
(Anemone silvestris) |
| |
Küchenschelle |
(Pulsatilla vulgaris) |
| |
Adonis |
(Adonis vernalis) |
| |
Alpenmohn |
(Papaver alpinum) |
| |
Rhätischer Alpenmohn |
(Papaver aurantiacum) |
| |
Gelbe Hauswurz |
(Sempervivum Wulfeni und Sempervivum grandiflorum) |
| |
Diptam |
(Dictamnus albus) |
| |
Flühröschen |
(Daphne Cneorum) |
| |
Alpen-Seidelbast |
(Daphne alpina) |
| |
Alpenmannstreu |
(Eryngium alpinum) |
| |
Mannsschild, alle Arten |
(Androsace, alle Arten) |
| |
Grasnelke, alle Arten |
(Armeria, alle Arten) |
| |
Himmelsherold |
(Eritrychium nanum) |
| |
Drachenkopf, beide Arten |
(Dracocephalum, beide Arten) |
| |
Edelrauten, alle kleinen alpinen Arten |
(Artemisia, alle kleinen alpinen Arten) |
|
|
Nach st.gallischem Recht
|
| Gemäss Art. 6 und 7 der Naturschutzverordnung vom 17. Juni
197533: |
| a) |
vollständiger
Schutz wie gemäss Bundesgesetzgebung: |
| |
Edelweiss |
(Leontopodium alpinum) |
| |
Enziane:
Purpurenzian
Ungarischer Enzian |
(Gentiana purpurea)
(Gentiana pannonica) |
| |
Lilien:
Trichterlilie, Weisse Alpenlilie
Gelbe
Schwertlilie |
(Paradisia liliastrum)
(Iris pseudacorus) |
| |
Männertreu, rotes |
(Nigritella rubra) |
| |
Rohrkolben, alle Arten |
(Typha-Arten) |
| |
Seidelbast, alle Arten |
(Daphne-Arten) |
| b) |
beschränkter
Schutz (Pflücken bis zu fünf Blütenständen gestattet): |
| |
Akelei, beide gewöhnlichen Arten |
(Aquilegia vulgaris und atrata) |
| |
Alpenrosen:
Bewimperte Alpenrose
Rostblättrige
Alpenrose |
(Rhododendron hirsutum)
(Rhododendron
ferrugineum) |
| |
Anemonen, «alte
Mannen», «Speerchuz»: |
| |
Alpenanemone
Schwefelanemone |
(Pulsatilla alpina)
(Pulsatilla sulfurea) |
| |
Arnika |
(Arnica montana) |
| |
Astern:
Alpenaster
Bergaster |
(Aster alpinus)
(Aster Amellus) |
| |
Bergflockenblume |
(Centaurea montana) |
| |
Cyclamen, Hasenöhrli, Alpenveilchen |
(Cyclamen europaeum) |
| |
Enziane:
beide stengellosen Arten |
(Gentiana Clusii, Gentiana Kochiana) |
| |
Moorenzian |
(Swertia perennis) |
| |
Federgras |
(Stipa pennata) |
| |
Glockenblumen:
Breitblättrige Glockenblume
Mont-Cenis-Glockenblume
Straussblütige
Glockenblume |
(Campanula latifolia)
(Campanula cenisia)
(Campanula
thyrsoides) |
| |
Leimkraut, stengelloses |
(Silene acaulis) |
| |
Männertreu, schwarzes |
(Nigritella nigra) |
| |
Maiglöcklein |
(Convallaria majalis) |
| |
Märzenstern, Gelbe Narzisse, Osterglocke |
(Narcissus Pseudonarcissus) |
| |
Prachtsnelke |
(Dianthus superbus) |
| |
Primeln, Schlüsselblumen:
Felsaurikel,
Flüeblüemli
Gebirgsschlüsselblumen, alle violetten
Stengellose
Schlüsselblume |
(Primula auricula)
(Primula integrifolia,
Primula hirsuta, Primula viscosa)
(Primula Acaulis) |
| |
Schneeglöcklein, beide Arten |
(Galanthus nivalis und Leucojum vernum) |
| |
Sterndolde, beide Arten |
(Astrantia major, Astrantia minor) |
| |
Steinnelke |
(Dianthus silvester) |
| |
Kätzchenblütler
(Weiden, Erlen, Haseln, Espen, Birken) während der Blütezeit; |
| |
mit Früchten
behangene Zweige der Stechpalme, Pfaffenhütchen und Eiben. |
|
|
Geschützte Tiere
|
|
|
Nach Bundesrecht
|
| Gemäss Art. 24 Abs. 1 der eidgenössischen Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz
über den Natur- und Heimatschutz vom 27. Dezember 196634; |
| a) |
Fledermäuse |
(Chiroptera) |
| b) |
Kriechtiere (Schlangen, Eidechsen, Blindschleichen) |
(Reptilia) |
| c) |
Lurche (Frösche, Unken, Kröten, Salamander
und Molche) |
(Amphibia) |
| d) |
Rote Waldameise (Gruppe) |
(Formica rufa) |
|
|
Nach st.gallischem Recht
|
| Gemäss Art. 10 der Naturschutzverordnung vom 17. Juni 197535: |
| Weinbergschnecken |
(Helix pomatia) |
| Der Schutz freilebender
Tiere nach andern Vorschriften, namentlich nach der Gesetzgebung über
Jagd36, Vogelschutz37 und Fischerei38 bleibt vorbehalten. |
1 nGS 10–63. In Vollzug ab 1. Oktober 1975. Geändert durch Art. 60 FV vom 11. November
1980, nGS 15–78 (sGS 854.11);
Nachtrag vom 29. Mai 1984, nGS 19–42; II. Nachtrag
vom 16. Dezember 1986, nGS 22–16; III. Nachtrag
vom 9. Februar 1988, nGS 23–25; Abschnitt II
Ziff. 33 des VII. Nachtrags zur EDBO-MS vom 15. Januar 1996, 31–31 (sGS 143.4); Abschnitt II Ziff. 13 des III. Nachtrags zur Haushaltverordnung
vom 5. Dezember 2000, nGS 36–30 (sGS 151.53); Abschnittt
II Ziff. 2 des III. Nachtrags zur StPV vom 12. Dezember 2006, nGS 42–32 (sGS 962.11); Abschnitt II Ziff. 32 des VI. Nachtrags zum GeschR vom 30. Oktober
2007, nGS 42–101 (sGS 141.3).
2 SR 451.
3 Aufgehoben, siehe nunmehr eidgV über
den Natur- und Heimatschutz vom 16. Januar 1991, SR 451.1.
4 sGS 911.1.
5 BG betreffend die eidgenössische Oberaufsicht über
die Forstpolizei vom 11. Oktober 1902, SR 921.0 (aufgehoben),
nunmehr BG über den Wald (Waldgesetz) vom 4. Oktober 1991, SR 921.0; eidgV betreffend die eidgenössische Oberaufsicht
über die Forstpolizei vom 1. Oktober 1965, SR 921.01
(aufgehoben), nunmehr eidgV über den Wald (Waldverordnung) vom 30. November
1992, SR 921.01; FoG, sGS 651.1; VV
zum FoG, sGS 651.11.
6 BG über Jagd
und Vogelschutz vom 10. Juni 1925, SR 922.0 (aufgehoben),
nunmehr BG über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere
und Vögel (Jagdgesetz) vom 20. Juni 1986, SR 922.0;
eidgVV zum BG über Jagd und Vogelschutz vom 7. Juni 1971, SR 922.01 (aufgehoben), nunmehr eidgV über die Jagd und den Schutz
wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdverordnung) vom 29. Februar
1988, SR 922.01; eidgV über die eidg Jagdbanngebiete,
vom 30. September 1991, SR 922.31; JG,
sGS 853.1; JV, sGS 853.11.
7 BG über Jagd und Vogelschutz vom 10. Juni 1925, SR 922.0 (aufgehoben), nunmehr BG über die Jagd und den Schutz
wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz) vom 20. Juni 1986, SR 922.0; eidgVV zum BG über Jagd und Vogelschutz vom 7. Juni
1971, SR 922.01 (aufgehoben), nunmehr eidgV über die
Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdverordnung)
vom 29. Februar 1988, SR 922.01; eidgV über die eidg
Jagdbanngebiete vom 30. September 1991, SR 922.31; JG, sGS 853.1; JV, sGS 853.11.
8 Vgl. namentlich BG über die
Fischerei vom 21. Juni 1991, SR 923.0; eidgV zum BG über
die Fischerei vom 24. November 1993, SR 923.01; G über
das Fischereiregal, sGS 854.1; FV, sGS 854.11.
9 Vgl. namentlich eidgV über Pflanzenschutz
vom 5. März 1962, SR 916.20.
10 Geändert durch VI. Nachtrag zum GeschR.
11 Geändert durch VI. Nachtrag zum GeschR.
12 Geändert durch VI. Nachtrag zum GeschR.
13 Siehe Anhang.
14 Geändert durch III. Nachtrag zur Haushaltverordnung.
15 Geändert durch VI. Nachtrag zum GeschR.
16
Vgl. Art. 22 des BG über den Natur- und Heimatschutz vom 1. Juli 1966,
SR 451.
17 Siehe Anhang.
18 Geändert durch VI. Nachtrag zum GeschR.
19 Geändert durch III. Nachtrag zur Haushaltverordnung.
20 sGS 731.1.
21 Geändert durch VI. Nachtrag zum GeschR.
22 sGS 731.1.
23 Geändert durch VI. Nachtrag zum GeschR.
24 Geändert durch VI. Nachtrag zum GeschR.
25 Geändert durch VI. Nachtrag zum GeschR.
26 Geändert durch III. Nachtrag zur StPV.
27 Geändert durch VI. Nachtrag zum GeschR.
28 Vgl. Art. 58 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937, SR 311.0.
29 nGS 2, 62.
30 nGS 7, 111.
31 BG über den Natur- und Heimatschutz vom 1. Juli 1966, SR 451.
32 Aufgehoben, nunmehr
eidgV über den Natur- und Heimatschutz vom 16. Januar 1991, SR 451.1.
33 sGS 671.1.
34 Aufgehoben,
nunmehr eidgV über den Natur- und Heimatschutz vom 16. Januar 1991, SR 451.1.
35 sGS 671.1.
36 BG über Jagd und Vogelschutz vom 10. Juni 1925, SR 922.0 (aufgehoben), nunmehr
BG über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel
(Jagdgesetz) vom 20. Juni 1986, SR 922.0; eidgVV zum BG über Jagd und Vogelschutz vom 7. Juni
1971, SR 922.01
(aufgehoben), nunmehr eidgV über die Jagd und den Schutz wildlebender
Säugetiere und Vögel (Jagdverordnung) vom 29. Februar 1988, SR 922.01; eidgV
über die eidgenössischen Jagdbanngebiete, SR 922.31; JG, sGS 853.1; JV, sGS 853.11.
37 BG über Jagd und Vogelschutz vom
10. Juni 1925, SR 922.0 (aufgehoben), nunmehr BG über die Jagd und den Schutz
wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz) vom 20. Juni 1986, SR 922.0; eidgVV
zum BG über Jagd und Vogelschutz vom 7. Juni 1971, SR 922.01 (aufgehoben), nunmehr
eidgV über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel
(Jagdverordnung) vom 29. Februar 1988, SR 922.01; eidgV über die eidgenössischen
Jagdbanngebiete, SR 922.31; JG, sGS 853.1; JV, sGS 853.11.
38 Vgl. namentlich BG über die Fischerei vom 14. Dezember 1973 (aufgehoben),
nunmehr BG über die Fischerei vom 21. Juni 1991, SR 923.0; eidgV zum BG über
die Fischerei vom 24. November 1993, SR 923.01; G über das Fischereiregal, sGS 854.1; FV, sGS 854.11.
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